Presse

Der Mund – Spiegel meiner Gesundheit

Wissenswertes für den interessierten Patienten
Mundgeruch – ein heikles Thema

 

Mundgeruch ist ein brisantes Thema, über das man nicht so gerne spricht.
Die Betroffenen wissen oft nicht einmal, dass sie Mundgeruch haben und die Umwelt hüllt sich hier gerne in Schweigen. Viele gehen lieber auf Distanz bevor sie den Betroffenen darauf ansprechen.Bei Verdacht eine Atemmessung durchführen zu lassen und somit selbst die Initiative zu ergreifen ist hier der richtige Weg.

Warum und wie entsteht eigentlich Mundgeruch?

Für Mundgeruch gibt es viele Ursachen und in annähernd 90 Prozent aller Fälle entsteht der schlechte Atem direkt in der Mundhöhle und nicht im Magen wie irrtümlich viele Menschen glauben. Ursache sind in der Regel Bakterien, die sich in Nischen, Zahnfleischtaschen, Spalten undichter Kronen oder Füllungen verstecken oder gar im hinteren Drittel der Zunge lagern. Oft lauern diese auch im Biofilm unter schlecht gereinigten Brückengliedern. Erkrankungen im Nasen- und Rachenraum (zum Beispiel chronische Mandel-oder Nasennebenhöhlenentzündungen) sind nur in cirka neun Prozent aller Fälle hierfür verantwortlich. Internistische Krankheiten sorgen ganz selten ( ca. 1% ) für den schlechten Atem.

Ist Hilfe möglich?

Eine spezialisierte Zahnarztpraxis aufzusuchen wird empfohlen, denn in 9 von 10 Fällen ist die Ursache im Mund zu finden. Hier sollten erste Untersuchungen durchgeführt werden, damit der Zahnarzt feststellt, welche Gründe für den schlechten Atem verantwortlich sind.

Mit welcher Methode kann sicher festgestellt werden ob und wie stark jemand an Mundgeruch leidet?

Mittlerweile ist dies denkbar einfach. Praxen die mit einem unbestechlichen Messgerät, dem Halimeter,ausgerüstet sind können feststellen ob der Atem unangenehm riecht. Diese Untersuchung kostet nur wenig Geld ( 40.- € ) , ist völlig unkompliziert und geht relativ schnell. Da selbst Ärzte das Thema gerne meiden ist es wichtig, dass der Patient selbst aktiv wird und den Arzt auf eine Untersuchung anspricht.

Gibt es Therapie-möglichkeiten, wenn in der Mundhöhle die Ursache zu finden ist?

Grundsätzlich ist die Therapie ursachenabhängig und unterschiedlich von Patient zu Patient. Es kann geruchsintensiver Zungenbelag vorliegen oder möglicherweise befinden sich krankhafte Prozesse im Mund. Die Ursache kann jedoch auch auf falsche oder unzureichende Mundhygiene zurückzuführen sein. Eines ist sicher: Es ist ein Wunschdenken, wenn man glaubt, man könne das Problem mit einem Kaugummi oder zwei kleinen Bonbons in den Griff bekommen. Abbau oder Vernichtung der geruchsbildenden Bakterien heißt der Schlüssel zum Erfolg.

Was kann der Patient jetzt tun, um auch nachhaltig das lästige Problem los zu sein?

In der Zahnarztpraxis sollte sich der Patient vom Zahnarzt oder einer ausgebildeten Prophylaxehelferin beraten lassen, wie er/sie unter optimalen hygienischen Gesichtspunkten den gesamten Mund pflegen kann. Denn hierzu gehört nicht nur das regelmäßige Putzen der Zähne sondern auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. Interdentalbürstchen und Zahnseide sowie ein Zungenschaber sind hierbei sehr hilfreich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen vier-, mindestens jedoch zweimal jährlich, sowie eine professionelle Zahn- und Zungenreinigung in der Zahnarztpraxis sollten vom Patienten jedoch unbedingt wahrgenommen werden. Auch wir in unserer Zahnarztpraxis in Bad Orb führen Halimetermessungen durch und behandeln so Mundgeruch seit langem erfolgreich.

Lassen Sie sich persönlich beraten.

Ihr
Prof. Dr. Peter-M. Linck

 

Veröffentlicht im Stadtjournal am 19.02.2011